Es mag komisch klingen, aber die Saison ist für die Royal Knights Bietigheim vorbei. Trotz der erfolgreichsten Vorrunde der Vereinsgeschichte wird diese Saison wohl als eine der schwärzesten in die Annalen eingehen.
Bis zum 29 Spieltag war Friede, Freude, Eierkuchen in Bietigheim. Mit schöner regelmäßigkeit werden hohe Favoriten oder Derbygegner mit Niederlagen wieder nach Hause geschickt. Das Heimrecht fest im Visier. Zwischenzeitlich sogar einmal den 1. Platz erklommen. In letzter Sekunde nochmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Die Sonne schien über Bietigheim!
Doch dann der Todesstoß für die Adligen. Travis Scott, am 29. Spieltag noch mit einem Shut-Out der Matchwinner, wird kein weiteres Spiel für die Royal Knights machen. Die DEFL-Welt brach nicht nur für die Fans der Ritter zusammen, auch GM Sander war sprachlos. Praktisch mit der Trade-Deadline springt der Punkte- und Sieggarant ab.
Es war klar: die kompletten Playoffs und der komplette Pokalwettbewerb müssen ohne Towart gespielt werden. Wie so etwas endet merkte man recht schnell in den verbleibenden Vorrundenspielen. Stück für Stück brach das Team auseinander. Zwar konnte man am 30. Spieltag die Selbold Lions schlagen und sich damit praktisch das Heimrecht sichern, doch in den nächsten Spieln wurde deutlich: Die Jungs haben diese Saison abgehakt.
Nach der schmerzhaften Derbyniederlage (Die Black Wings verzichteten aus Solidarität ihrerseits auf den Einsatz eine Goalies) folgten desolate Leistungen gegen Putzbrunn und Schwenningen.
“Das größte Problem kommt aber noch”, so Dominik Sander. In den letzte 4 Spielen stürzten die Royal Knights in der DEFL-Punkte-Tabelle von Platz 6 auf Platz 9. Drei Plätze sind drei Bonuspunkte, das sind 210 TEUR die den Bietigheimern in der nächsten Saison in der Kasse fehlen. Dazu wird man mit ziemlicher Sicherheit weder eine Pokalrunde, noch eine Playoffrunde überstehen. “Auch hier haben wir mit mindestens einer Runde in einem der beiden Wettbewerbe kalkuliert”
Die Saison wäre eigentlich schon teuer genug gewesen, nachdem Rautert und Moravec das Team verließen, sowie Schmidt und Goodall an langwierigen Verletzungen laborierten. Nachverpflichtungen von Voce, Schmidt und Peacock waren in zwei Fällen gute Einkäufe. Im großen und ganzen aber doch zu teuer.
Man wird sich in der kommenden Saison eher wieder mit den Frankfurt Jesters rumschlagen müssen, anstatt auf Augenhöhe mit Selbold, Berlin oder Freiberg ganz oben mitzuspielen.
“Wir spielen mit dem Gedanken nächste Saison komplett auf große Namen zu verzichten und nur das nötigste zu holen. Wir wollen das Bietigheimer Eishockey auf gesunden Füße stellen und nicht auf wackligen Beinen zum Erfolg humpeln.”